Konzert und Konkurrenz
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Konzert und Konkurrenz

By Andrea Abel
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Book Description

Dieser Band nimmt jenen doppelten Wettstreit in den Blick, der für die Kunstwissenschaften (Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft) im 19. Jahrhundert typisch ist: den Wettstreit zwischen den Wissenschaften selbst, der sich aus dem Wettstreit ihrer Künste speist. Die jeweilige Kunstwissenschaft, so die zugrunde liegende Hypothese, bezieht ihre Geltung und ihren Rang aus der allgemeinen Wertschätzung ihrer Bezugskunst. Auf diese Weise geraten die Künste und ihre Wissenschaften in eine sich wechselseitig verstärkende Konkurrenz, die ihren Ausdruck in zahlreichen Debatten über die jeweilige Leitkunst findet. Die interdisziplinär hier versammelten Beiträge erschließen aus unterschiedlichen Perspektiven die wissenschaftsgeschichtlichen Ausdifferenzierungs- und Homogenisierungsprozesse, in deren Zusammenhang der Wettstreit der Künste und ihrer Wissenschaften im 19. Jahrhundert stattfand. Die sie verbindende Fragestellung zielt dabei auf die Grundlagen des Kunstverständnisses sowie auf die Grundlagen des Selbstverständnisses der Kunstwissenschaften. Es geht nicht zuletzt auch darum, aufzuzeigen, inwiefern die Prämissen, die zur Begründung der Disziplinen entwickelt wurden, nach wie vor Gültigkeit beanspruchen – direkt durch ihre disziplinäre Kanonisierung und indirekt selbst durch die gebrochene Wirksamkeit jener wissenschaftlichen Meistererzählungen, die sie hervorgebracht haben.

Table of Contents
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Einleitung
  • 1800/1900 – Notizen zur disziplinären Kartographie der Musikwissenschaft: Oliver Wiener
  • Tonkunst und Tonwissenschaft. Die Musikwissenschaft zwischen Konservatorium und Universität: Oliver Huck
  • Die Geburt der Musikwissenschaft aus dem Geist der Interpretation. Hugo Riemann, Friedrich Nietzsche und die Grundlegung der akademischen Disziplin: Hans-Joachim Hinrichsen
  • Ernst August Hagens Sinecure: Heinrich Dilly
  • Vom Konzert der Künste zum Kanon der Kunstgeschichte: Karl Schnaase: Henrik Karge
  • Zwischen Kunstgeschichte, Formalismus und Kulturanthropologie. Was hatte die Berliner Völkerpsychologie über Kunst zu sagen?: Céline Trautmann-Waller
  • Zwischen Bach und Nuskilusta. Die Musik fremder Kulturen als Gegenstand der Wissenschaften, 1850 bis 1914: Sebastian Klotz
  • Die ‚Dunkelheit‘ der Dichtung als Herausforderung der Philologie: Carlos Spoerhase
  • Anschaulichkeit versus Sprachlichkeit. Ein paradigmatischer Scheingegensatz in Poetik und Ästhetik (ca. 1850 bis 1950): Sandra Richter
  • Liebe zwischen Kunst und Wissenschaft in Gustav Freytags Die verlorene Handschrift: Steffen Martus
  • Am Anfang war der Streit. Hans Holbein d. J. und die kunsthistorische Tradition: Andreas Beyer
  • Eingeschränkte Kanonisierung: Die Kunstgeschichte und die Romantik: Christian Scholl
  • Entfernt verwandte Schwestern. Das Verhältnis von Architektur und Musik in Architekturtheorie und Kunstgeschichte, 1880 - 1925: Andrea Gottdang
  • Dialog und Konkurrenz. Die Berliner „Vereinigung für ästhetische Forschung“ (1908-1914): Toni Bernhart
  • Zur Genealogie der werkimmanenten Interpretation: Hans-Harald Müller
  • Abbildungsnachweis
  • Autorinnen und Autoren
  • Namensregister
  • Buchrücken
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