Ungleiche Entwicklung in Zentraleuropa
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Ungleiche Entwicklung in Zentraleuropa

By Klemens Kaps
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Book Description

The Habsburg crownland Galicia was one of the poorest region of the Habsburg Monarchy and could in the 19th century only rudimentarily catch up with industrialization and income growth of other regions. The book shows how over the long run the unequal transregional entanglements, in particular concerning commodity trade, alongside with the imperial economic policy restrained Galicia’s economic development between 1772 and 1914.

Das Kronland Galizien war eine der ärmsten Regionen der Habsburgermonarchie und konnte auch im späten 19. Jahrhundert nur rudimentär an Industrialisierung und Wohlstandsteigerung anschließen. Im zeitlichen Längschnitt wird gezeigt, wie die ungleichen überregionalen Verflechtungen, insbesondere beim Warenhandel, im Zusammenspiel mit der imperialen Wirtschaftspolitik Galiziens Entwicklung zwischen 1772 und 1914 behinderten.

Table of Contents
  • Ungleiche Entwicklung in Zentraleuropa
    • Cover
    • Backcover
    • Impressum
    • ISBN 978-3-205-79638-1 Web-Link zur Buchdetailseite der Printausgabe
  • Danksagung
  • 1. Einleitung
    • 1.1 Problemaufriss und Fragestellungen  : Überregionale Verflechtung und ungleiche Entwicklung in Zentral- und Osteuropa am Beispiel des habsburgischen Galizien
    • 1.2 Theoretische Zugänge
      • 1.2.1 Neoklassische Konvergenz, Entwicklungsökonomie, Zentrum–Peripherie und innere Peripherie  : Makroökonomische Erklärungsansätze räumlicher Ungleichheit
      • 1.2.2 Institutionen und Akteure  : Überlegungen zu Wirtschaftspolitik, Regulierung und agency
      • 1.2.3 Postkoloniale Ansätze und Entwicklungskonzepte  : Räumliche Ungleichheiten als diskursiver Aushandlungsprozess
    • 1.3 Arbeitsweise
    • 1.4 Forschungsstand
  • Teil A  : Strukturen
    • Galiziens Ökonomie in der longue dureé (1772–1914)
    • Prolog. Vom mittelalterlichen Fürstentum über polnisch-litauische Wojwodschaften zum habsburgischen Galizien  : Ein Abriss im historischen Längsschnitt
  • 2. Standortbestimmung in der longue durée
    • 2.1 Von Rückschlägen zu Wachstum  : Das Bruttosozialprodukt
      • 2.1.1 Methodische Bemerkungen und Quellenkritik
      • 2.1.1 Der Wohlstand zwischen 1785 und 1913
    • 2.2 Der Rhythmus von Disparität  : Agrar- und Industrieproduktion
      • 2.2.1 Methodische Vorbemerkungen
      • 2.2.2 Die Agrarkonjunktur
      • 2.2.3 Die Industriekonjunktur
    • 2.3 Disparität unter dem Mikroskop  : Löhne, Lebensstandard und Arbeitsmarkt
      • 2.3.1 Methodische Bemerkungen
      • 2.3.2 Bipolare Koexistenz  : Armut und sektorales catching-up
      • 2.3.3 Ursachen für die ausbleibende Konvergenz I  : Demografische Faktoren
      • 2.3.4 Ursachen für die ausbleibende Konvergenz II  : Arbeitsmarkt und sozial-berufliche Struktur
  • 3. Produktionssphären
    • 3.1 Landwirtschaft
      • 3.1.1 Pauperisierung und Polarisierung  : Soziale Schichtung und Besitzstruktur
      • 3.1.2 Von Marginalität zu „Peripheralität“  : Die Produktivität des Agrarsektors
      • 3.1.3 Die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktpalette
    • 3.2 Gewerbe und Industrie
      • 3.2.1 Definitorische und methodische Reflexion
      • 3.2.2 Säkulare Fragilität  : Überregionale Arbeitsteilung und (De)-Industrialisierung
      • 3.2.3 Wertschöpfungsextensität, niedriger Verarbeitungsgrad und absente Leitsektoren  : Die strukturelle Schwäche der galizischen Industrie
  • 4. Austauschsphären
    • 4.1 Handel  : Waren- und Güterströme
      • 4.1.1 Zölle, Mauten, Verbote  : Die wechselnde Durchlässigkeit ökonomischer Grenzen
        • 4.1.1.1 Innere Grenzen – der habsburgische Binnenmarkt
        • 4.1.1.2 Galizien als Teil des habsburgischen Außenhandelssystems
      • 4.1.2 Quellenkritik und methodische Überlegungen
      • 4.1.3 Überregionale Vernetzung
      • 4.1.4 Warenstruktur und Peripherisierung
        • 4.1.4.1 Die Auswirkung der überregionalen Verflechtung  : Graduelle Peripherisierung
        • 4.1.4.2 Welches Zentrum, wessen Peripherie  ? Galiziens räumliches Austauschmuster
    • 4.2 Geldflüsse  : Industrie, Finanz und öffentlicher Haushalt
      • 4.2.1 Der Blick aus der Vogelperspektive  : Zahlungsbilanz
      • 4.2.2 Industriekapital
      • 4.2.3 Finanzkapital
        • 4.2.3.1 Die Herausbildung eines Bankensektors
        • 4.2.3.2 Überregionale Verflechtung zwischen Komplementarität und Konkurrenz
      • 4.2.4 Staatsfinanzen
    • 4.3 Migration
    • 4.4 Technologie
    • 4.5 Zusammenfassung Teil A  : Ein chronologisches Schema von Galiziens Entwicklung im Kontext der überregionalen Verflechtung im „langen 19. Jahrhundert“
  • Teil B  : Querschnitte
  • 5. 1772–1830  : Eine neue innere Peripherie im ­Nordosten der Monarchie
    • 5.1 Emporheben, Zivilisieren, Umschmelzen  : Imperiale Raumordnungs- und Entwicklungskonzepte für Galizien
      • 5.1.1 Die „Erfindung“ Galiziens  : Ökonomische Interessen einer politisch-militärischen Expansion
      • 5.1.2 Politische Inkorporation  : Die Grundlagen für die ökonomische Verflechtung
      • 5.1.3 Entwicklung versus Funktionalisierung  : Die Doppeldeutigkeit von Zivilisierung
      • 5.1.4 Von „Sklaverei“ und „Tyrannei“ zu „Fleiß“ und „Arbeitsamkeit“ – Orientalisierung als Reformdiskurs zur Umgestaltung des Feudalsystems
      • 5.1.5 Von „Natur aus Faulen“, „Südmeer-Wilden“ und „angeborener Trägheit“ – Orientalisierung als konservativer Diskurs zur Legitimierung der Leibeigenschaft
      • 5.1.6 Von „Schmutz“ zu „Dünger“  : Implementierung eines neuen Produktionsmodells
      • 5.1.7 Förderung versus Einschränkung  : Gewerbe- und Protoindustriepolitik
      • 5.1.8 „Trunkenheit“ und „beschränkte Bedürfnisse“ – Konsum und Kommerzialisierung
      • 5.1.9 „Die Früchte einerndten“ – die Regulierung der Güterströme
    • 5.2 Konkurrenz um Märkte und Produkte  : Galizien zwischen Absatzmarkt, Rohstofflieferant und Transferraum
      • 5.2.1 Zentreninteressen I  : Absatzmarkt für die Protoindustrie
      • 5.2.2 Indirekte Absatzmarkterweiterung  : Transitraum nach Norden und Osten
      • 5.2.3 Zentreninteresse II  : Rohstoff- und Nahrungsmittelbezug
      • 5.2.4 Folgen der Peripherisierung I  : Desintegration aus überregionalen Märkten
      • 5.2.5 Folgen der Peripherisierung II  : Neue Absatzmärkte und Reintegration
      • 5.2.6 Von Großhändlern und Hausierern  : Die Vermittler zwischen Peripherie und Zentren
    • 5.3 Geldflüsse zwischen Peripherie und Zentren
      • 5.3.1 Steuern, Monopole, Eigentum der Krone  : Staatliche Ressourcentransfers
      • 5.3.2 Private Investitionen und Kapitalmarkt
    • 5.4 Neuordnungen der Produktionssphären
      • 5.4.1 Galiziens Protoindustrie und die überregionale Arbeitsteilung
      • 5.4.2 Verschiebungen der Produktions- und Güterketten
        • 5.4.2.1 Eisen  : Degradierung versus lokale Endfertigung
        • 5.4.2.1 Protoindustrielle Expansion und ihre Grenzen  : Die Textilerzeugung
        • 5.4.2.3 Branntwein, Pottasche, Vieh – Produktwandel in den Gutsbetrieben
      • 5.4.3 Die Tabakproduktion – Upgrading durch Fiskalpolitik
  • 6. 1830–1873  : Krisenhaftes Scharnier – Übergang im Zeichen des Abstiegs
    • 6.1 Entwicklungsparadigmen im Zeichen von Liberalismus und Industrialisierung
      • 6.1.1 Zwischen „Kolonie“ und „Zivilisation“  : Von der Kritik der Arbeitsteilung aus der Peripherie zur Aneignung institutioneller Macht
      • 6.1.2 Grundentlastung, englische Sklaven und „angeborene Trägheit“ – die Kommerzialisierung des Agrarsektors und neue Produktivitätsdiskurse
      • 6.1.3 Von „Zivilisations“abwehr über Verdrängung zu Kapitalimport – Die Liberalisierung des Gewerbesektors und die galizischen Industrialisierungsdiskurse
      • 6.1.4 Regulierung der Entgrenzung  : Die liberale Handelspolitik
      • 6.1.5 Die Annäherung von Peripherie und Zentren mit Hindernissen  : Der Eisenbahnbau
    • 6.2 Affirmation und Brüche  : Das räumliche Austauschmuster im Güterhandel zwischen Intensivierung und Verschiebung
      • 6.2.1 Die Erschließung des galizischen Absatzmarkts im Zug von Industrialisierung und zunehmender Verflechtungsdichte
      • 6.2.2 Zwischen Verlagerung und Abgrenzung  : Galiziens abnehmende Rolle als Transitraum zu Absatzmärkten
      • 6.2.3 Die Macht der Rohstoffe – Galizien als multipler Bezugsmarkt für Primärgüter
      • 6.2.4 Fleisch für die Zentren – Galizien als intensivierter Transitraum
      • 6.2.5 Verflechtung und Peripherisierung  : Verdrängung von Absatzmärkten
      • 6.2.6 HausiererInnen, Eisenbahnen und Banken  : Sozial-organisatorische und räumliche Verschiebungen bei der Vermittlung der Güterströme zwischen Peripherie und Zentren
    • 6.3 Geldflüsse
      • 6.3.1 Zunehmender Steuerdruck und regionalpolitisches Lobbying
      • 6.3.2 Kapitalexport aus den Zentren  : Beteiligungen, Kredite, Direktinvestitionen
    • 6.4 Krisen, Veränderungen der Güterketten, Verdrängungen  : Die Produktionssphäre
      • 6.4.1 Agrarsektor und landwirtschaftliche Gewerbe  : Upgrading mit Hindernissen
      • 6.4.2 Eisen und Stahl
      • 6.4.3 Umstrukturierung und Verdrängung im Textilheimgewerbe
      • 6.4.4 Von Einschränkungen und nationalen Bräuchen  : Regionale Antworten auf räumliche Konkurrenz
  • 7. 1873–1914  : Eine moderne Agrar- und Rohstoffperipherie
    • 7.1 Vom Liberalismus zum organisierten Kapitalismus  : Entwicklungskonzepte zwischen Imperium, regionaler Modernisierung und nationaler Selbstbehauptung
      • 7.1.1 Die Peripherie erreicht das Zentrum  : Wirtschaftspolitischer Paradigmenwechsel und die neue institutionell-politische Macht der galizischen Regionalelite
      • 7.1.2 „Halbasien“, „Persien“, „Indien“ – „Kolonie“ oder  : Vom „Elend“ zur „Zivilisation“ – Nachholende Modernisierung und ethnische Spannungen im Galizischen Dreieck
      • 7.1.3 Alkoholismus, Schulden und Blutegel  : Soziale Ungleichheit und ethnische Segregationstendenzen im Agrarsektor
      • 7.1.4 Von sozialkonservativer Gewerbepolitik zur nachholenden Industrialisierung
      • 7.1.5 Chance oder Hindernis  ? Die Auswirkung des Außenhandelsprotektionismus auf Galiziens Position in der überregionalen Arbeitsteilung
      • 7.1.6 Infrastrukturelle Erschließung und national-regionale Segregationsversuche
    • 7.2 Intensivierung und Peripherisierung  : Der überregionale Warenhandel
      • 7.2.1 Massenkonsum und Kapitalgüterbezug  : Galiziens Absatzmarkt als Kompensation für die Verdrängung der Zentralräume vom Weltmarkt
      • 7.2.2 Peripherisierung als Chance  : Galizien als spezialisierter Primärgüterlieferant
      • 7.2.3 Verdrängung von Absatzmärkten
      • 7.2.4 Resultat und Schauplatz von Peripherisierungsprozessen  : Die Warenvermittlung
    • 7.3 Geldflüsse
      • 7.3.1 Steuern, öffentliche Investitionen und Konjunkturpakete  : Regionalpolitische Ansätze im präkeynesianischen Staat
      • 7.3.2 Hybride Netzwerke zwischen Peripherie und Zentren  : Verflechtungen von Finanz- und Industriekapital
    • 7.4 Galiziens Position in den Güterketten zwischen downgrading und prekärem upgrading
    • 7.5 Zusammenfassung Teil B  : Akteure, Institutionen und Diskurse in der longue durée
  • Konklusion
  • Appendix A  : Bevölkerungszahlen Galiziens im Vergleich mit Cisleithanien (1773–1910)
  • Appendix B  : Bruttoproduktionswerte der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion (in Tausend Kronen nach Preisen von 1911–13)
  • Appendix C  : Wertschöpfung von Bergbau und Industrie Galiziens (1785–1913) in Kronen (Preise von 1913)
  • Appendix D  : Reallohnindex für Lemberg 1891/1900–1913
  • Appendix E  : Methodische Erklärungen zur Analyse der Handelsstatistiken
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Bibliografie
  • Abbildungsverzeichnis
  • Namensregister
  • Ortsregister
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